Arbeitgeberverbände Siegen-Wittgenstein

Wo geht die Reise hin?

Am 26. Mai wählen die Bürgerinnen und Bürger in der EU ein neues europäisches Parlament. Vor dem Hintergrund zahlreicher interner Krisen, dem Dauerbrenner Brexit und einem wachsenden Nationalismus in Europa kommt dieser Wahl eine besondere Bedeutung zu. Die Europäische Union hat ihre Schwächen, politisch, aber zu einem großen Teil auch systembedingt. Dennoch ist sie das größte Friedensprojekt in der Geschichte Europas. Der gemeinsame Markt hat seit seiner Gründung in den fünfziger Jahren zu einer beispiellosen wirtschaftlichen Entwicklung geführt und den Menschen zu mehr Wohlstand verholfen. Innerhalb der Europäischen Union können die Menschen frei reisen und leben und arbeiten, wo sie wollen. Die europäische Integration hat wesentlich dazu beigetragen, dass sich Deutschland in Frieden und Freiheit wieder vereinigen konnte.

Zurzeit hat man das Gefühl, die Europäische Union entwickle nicht so recht weiter, obwohl grundlegende Reformen dringend geboten wären. Eine Gemeinschaft mit nach dem Brexit immer noch 27 Mitgliedsstaaten ist unter den gegebenen Strukturen kaum noch handlungsfähig. Das gilt insbesondere für die dringendsten Herausforderungen, wie die Migration, den weltweit wachsenden Protektionismus oder eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik. Deshalb stellt sich die Frage: Wo soll die Reise der Europäischen Union eigentlich hingehen? Wo sehen Sie die EU im Jahr 2050?

Das haben die Arbeitgeberverbände Siegen-Wittgenstein in diesem Monat ihre Mitglieder gefragt. Fast 60 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage sehen die Europäische Union 2050 als losen Staatenbund mit einigen zentralen Elementen, wie einer gemeinsame Außenpolitik, Wirtschaftspolitik, Verteidigungspolitik. 20 Prozent sind bezüglich der Entwicklung der EU skeptischer und gehen davon aus, dass die Europäische Union  auf ihrem heutigen Stand verharrt. 16 Prozent erhoffen sich die Vereinigten Staaten von Europa. Vier Prozent befürchten, dass es die EU 2050 nicht mehr geben wird.

Eine deutliche Mehrheit der Verbandsmitglieder ist also davon überzeugt, dass die Europäische Union eine Zukunft hat. Wie diese genau aussehen wird, da gibt es unterschiedliche Wünsche und Vorstellungen. Aber die Befürworter eines gemeinsamen Europas überwiegen deutlich gegenüber den Pessimisten. Europa hat Potenzial. Das gilt es politisch und wirtschaftlich weiter zu entwickeln. Ein erster Schritt dazu ist die Wahl zum nächsten europäischen Parlament am 26. Mai.