Arbeitgeberverbände Siegen-Wittgenstein

Sperrung der A45 trifft Unternehmen

Für die Wirtschaft in Südwestfalen ist die Sperrung der Autobahn A45 bei Lüdenscheid eine Katastrophe. Nach den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie und dem dadurch verursachten Zusammenbruch wichtiger Lieferketten, ist die Sperrung der wichtigsten Verkehrsader Südwestfalens wegen einer offensichtlich maroden Autobahnbrücke ein weiterer Schlag ins Kontor der drittstärksten Industrieregion Deutschlands.

Zu den Auswirkungen haben die Arbeitgeberverbände Siegen-Wittgenstein Unternehmerinnen, Unternehmer und Führungskräfte aus ihren Mitgliedsunternehmen befragt. Und die Antworten sind ziemlich eindeutig ausgefallen. Auf die Frage, ob ihr Unternehmen von den Folgen der Sperrung der Autobahn A45 betroffen ist, antworteten fast 83 Prozent mit ja. Lediglich 17 Prozent verneinten mögliche Auswirkungen. 76 Prozent der Unternehmerinnen, Unternehmer und Führungskräfte, die an der Umfrage teilgenommen haben, erwarten durch die Sperrung zusätzliche Kosten für ihr Unternehmen. Langfristige Auswirkungen auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit sehen immerhin noch knapp 45 Prozent, 55 Prozent eher nicht.

Dieses Ergebnis zeigt nicht nur, welche Folgen es für die Wirtschaft einer ganzen Region hat, wenn ein zentraler Verkehrsweg ausfällt. Es zeigt auch die Abhängigkeit der Unternehmen von einer funktionierenden Verkehrsinfrastruktur. Eine Thema, das schon lange auf der Tagesordnung der Region steht. „Wenn man sich das Alter und die Haltbarkeit vieler Brückenbauwerke in Deutschland anschaut, dann handelt es sich bei der Talbrücke Rahmede sicher nicht um einen Einzelfall. Da ist in der Vergangenheit manches versäumt worden, was die Erhaltung leistungsfähiger Verkehrswege angeht“, so die Arbeitgeberverbände Siegen-Wittgenstein. Jetzt, so die Verbände weiter, sei es dringend erforderlich, schnell nutzbare Alternativen für den Güterverkehr bereit zu stellen. Eine völlig überlastete Umgehung kann auf Jahre hinaus nicht die Lösung sein.