Arbeitgeberverbände Siegen-Wittgenstein

Europa braucht eine Mittelstand-Strategie

Am 26. Mai 2019 wird ein neues Europaparlament gewählt. Mit dieser Wahl werden entscheidende Weichen gestellt für die Zukunft Europas. Sieben Jahrzehnte in Frieden und Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, gemeinsamer Werte und kultureller Vielfalt sind ein hohes Gut, ebenso wie die damit verbundene beispiellose wirtschaftliche Entwicklung. Gerade unsere Region hat davon in erheblichem Maße profitiert. Das unterstreicht auch Dipl.-Ing. Jörg Dienenthal, Vorsitzender des Verbandes der Siegerländer Metallindustriellen e.V. und der Unternehmerschaft Siegen-Wittgenstein, im Gespräch mit Wirtschaft regional online zum Thema Industrie und Mittelstand.

Haben Sie das Gefühl, dass die Industrie in Europa genug gestärkt und unterstützt wird?

Dienenthal: „Ich glaube, wir brauchen in Europa ein neues Grundverständnis für die Bedeutung unserer Industrie. Eine innovative und leistungsfähige Industrie ist die Grundlage für Wohlstand und Wachstum. Das gilt bei uns in Siegen-Wittgenstein, in NRW, aber auch für Europa im internationalen Wettbewerb. Für Nordrhein-Westfalen sind neben den industriellen Betrieben vor allem Klein- und Mittelständler sowie das Handwerk Motor des Erfolges. Und ohnehin ein Garant für Arbeitsplätze.“

Also neben einer Industrie-Strategie auch eine Mittelstand-Strategie?

Dienenthal: „Ja, die Politik muss unbedingt beachten, dass sie den kleinen und mittleren Betrieben keine unnötigen bürokratischen Hürden aufbürdet. Dafür wäre es hilfreich, wenn die EU-Mittelstandsdefinition verbreitert und modernisiert wird. Der Mittelstand und kleine Handwerksbetriebe müssen Zugang zu Innovationen und Forschung erhalten. Schließlich lässt sich in der Praxis innovativer Fortschritt am besten testen.“

Was erhoffen Sie sich von der anstehen Europawahl?

Dienenthal: „Ich hoffe darauf, dass die Wählerinnen und Wähler verstehen, was die EU bedeutet. Dass sie die Errungenschaften für uns alle erkennen. Dass sie Populisten und Nationalisten keine Chance geben. Und dass sie, und das ist am wichtigsten, am 26. Mai wählen gehen.“

Geben Sie Europa Ihre Stimme.