Verband der Siegerländer Metallindustriellen e.V.

 

Metallarbeitgeber aus Siegen-Wittgenstein stehen für tarifliche Problemlösung in der Krisensituation zur Verfügung
„Alles, was die Betriebe in dieser schwierigen Phase entlastet, trägt zur Stabilisierung der Beschäftigung bei“

Siegen, 15. Oktober 2020.

„Mit Interesse nehmen wir zur Kenntnis, dass sich die IG Metall NRW für keine bezifferte Forderung zu einer allgemeinen Entgelterhöhung hat entscheiden können“, kommentieren die Metallarbeitgeber in Siegen-Wittgenstein die Forderungsempfehlung der regionalen Tarifkommission der IG Metall für die Tarifrunde 2021. „Wir stecken in der wohl schwersten Rezession seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland, da passen allgemeine Lohnerhöhungen nun wirklich nicht ins Bild. Es ist folgerichtig, wenn die IG Metall jetzt den Fokus auf die Sicherung der Arbeitsplätze richtet.“ Alles, was die Betriebe in dieser schwierigen Phase entlaste, werde zur Stabilisierung der Beschäftigung beitragen. „Die Einführung einer Vier-Tage-Woche mit Teillohnausgleich gehört sicher nicht dazu. Was die Arbeit ohne Gegenleistung teurer macht, leistet eher dem Abbau von Arbeitsplätzen Vorschub“, bewertet der Verband der Siegerländer Metallindustriellen e.V. (VdSM) die entsprechenden Vorschläge der IG Metall NRW.

Die Arbeitgeber in der M+E-Industrie in NRW seien bereit, mit der IG Metall über intelligente tarifliche Lösungen zu sprechen, die die angespannte Liquiditätslage sehr vieler Unternehmen positiv beeinflussen könnten. „Wir stehen auch zu der im März gegebenen Zusage, die Verhandlungen über alle Fragen im Zusammenhang mit dem Transformationsprozess der Industrie fortzusetzen“, so der Verband weiter. Dabei teile man die Einschätzung der IG Metall, dass die Transformation in der Corona-Krise deutlich Fahrt aufgenommen habe. Insgesamt verstehe der VdSM die heutige Empfehlung der IG Metall als ein Angebot zur Zusammenarbeit in einer für die Metall- und Elektroindustrie nach wie vor bedrohlichen Situation.

Einer aktuellen Konjunkturumfrage des Verbandes zufolge seien in NRW nach wie vor 85 Prozent der Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie zum Teil massiv von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. Zwar hätten sich die Konjunkturindikatoren zuletzt etwas aufgehellt, dennoch bleibe die wirtschaftliche Lage insgesamt schlecht. Fast zwei Drittel der Betriebe (63 Prozent) hätten gegenwärtig Kurzarbeit. Die Kapazitätsauslastung in der gesamten Industrie liege gerade mal bei 76 Prozent und damit fast zehn Prozentpunkte unter der Normalauslastung.